DAS TRADITIONELLE TSCHECHISCH - ALTÖSTERREICHISCHE SPEISELOKAL

Wien 5., Margaretenstrasse 60


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WISSENSWERTES ÜBER DIE TSCHECHISCHE KÜCHE:
 
GESCHICHTE
Die traditionelle böhmische Küche ist mit der süddeutschen und vor allem mit der österreichischen Küche verwandt.
Die Küche Böhmens wurde - so wie anderswo auch - wesentlich vom Mikroklima des Landes beeinflusst. In Böhmen, das von
einem Gebirgskranz eingeschlossen ist, war das Angebot an Feldfrüchten, Obst, Gemüse, Beeren, Pilzen, Fischen und Wild
schon immer vielfältig. Die Landwirtschaft lieferte ausreichend Getreide und Fleisch, vorwiegend vom Schwein und Rind.
Dementsprechend bunt entwickelte sich auch der Speisezettel der böhmischen, beziehungsweise der tschechischen Küche.
ALLGEMEINES
Bei den Hauptgerichten dominieren Fleischgerichte, insbesondere aus Schweinefleisch; Lamm und Fisch sind seltener anzutreffen.
Geschmacklich unterscheiden sie sich von der deutschen Küche vor Allem durch verstärkten Einsatz von Salz und Knoblauch;
weitere Hauptgewürze sind Kümmel, Majoran, Liebstöckel und Piment.

Zu Fleischgerichten mit Saucen werden als Beilage überwiegend böhmische Knödel, zu Gerichten mit Bratensaft Kartoffeln oder
Kartoffelpüree serviert. Von Teigwaren sind nur einfache Bandnudeln üblich ("Nudle"), die jedoch mit Vorliebe auch quadratisch geschnitten
werden und dann "Fleky" (Fleckerl) heißen.

Salate als Beilage sind meistens schlicht, oft nur mit Essigwasser eingerichtet, oft gesüßt, Tomatensalat immer mit Zwiebelwürfeln
garniert. Kartoffelsalat ist ein wesentlicher Bestandteil der Böhmischen Küche und ist in zwei Varianten üblich:
als Vollversion mit Mayonnaise, (Fleisch)Wurst, gekochten Eiern, Gewürzgurken, Karotten, Erbsen, Zwiebeln, oder als einfache Beilage,
nur mit Zwiebeln und angemacht mit Essig und Öl. Oft werden Speck- und/oder Apfelwürfel hinzugegeben. Die regionalen
Unterschiede sind oft beträchtlich.

Süßspeisen sind vielfältig, viel verwendet wird in der traditionellen Böhmischen Küche der Mohn sowie Powidl (Pflaumenmus).
An Obst gedeihen vor allem in wärmeren Landstrichen außer den üblichen Obstsorten auch Pfirsiche und Aprikosen und werden oft
auch in Gerichten verwendet.

Auch der tschechische Karpfen ist berühmt und wird viel ins Ausland exportiert. In Tschechien wird er jedoch meistens nur am
Heiligen Abend (meistens paniert) gegessen.

Ob es nun die tschechische Bevölkerung oder die deutsch sprechenden Sudetendeutschen des Landes waren: In der Art des Kochens
und in der Vielfalt der Rezepte unterschied sich keine der beiden Bevölkerungsgruppen. Als nach 1945 die Sudetendeutsche
Bevölkerung aus Tschechien vertrieben beziehungsweise ausgesiedelt wurde, brachten die Flüchtlinge, von denen sich die meisten
in Bayern ansiedelten, auch die Rezepte der Böhmischen Küche mit. Sie fand mittlerweile auch in die Bayerische Küche Eingang.


GETRÄNKE
Geschmacklich harmoniert zur hervorragenden und abwechslungsreichen böhmischen Küche das böhmische Bier, welches weltbekannt ist
und auf eine lange Brautradition zurückschauen kann.
Am bekanntesten sind das Budweiser Budvar (tschechisch: Budejovický Budvar), das aus Ceské Budejovice kommt, sowie das
Pilsner Bier (Pilsner Urquell) aus Pilsen. Letzteres wurde im Jahr 1842 von einem niederbayerischen Braumeister namens Josef Groll kreiert.
Dieses herbe Bier war zunächst in Deutschland sehr wenig gefragt. Erst in den letzten Jahrzehnten nahm dieser Bierstil (Pils) seinen
Siegeszug. Die erwähnten Biere gelten jedoch keineswegs als die besten; das mährische Radegast und das vom Soldaten Schwejk
her bekannte Großpopowitzer Bier (tschech. Velkopopovický Kozel), (beide zum Konzern Pilsner Urquell AS gehörend) waren - neben
anderen ausgezeichneten - in den vergangenen Jahren stets unter den zehn bestplatzierten der Tschechischen Bierakademie.
Insbesondere das viel exportierte Pilsner Urquell genießt unter Kennern einige Verachtung.

Vor 1990 gab es in Tschechien noch unzählige Brauereien. Heute existieren nur noch einige wenige große Brauereien.
Trotzdem sind die Tschechen immer noch Weltmeister im Biertrinken - und das noch vor den Bayern.

In Böhmen wird seit alters her Weinbau betrieben. Dementsprechend hervorragend sind deshalb auch die regionalen Weine.
Bekannt sind die Anbaugebiete nördlich von Prag (Melník) und in Südmähren.

Einige typische Gerichte und Spezialitäten
aus der Böhmischen Küche

Vepro-knedlo-zélo Der Schweinebraten ("Veprová pecene"), im Volksmund "Vepro-knedlo-zélo" (d.h. "Schweinefleisch-Knödel-Kraut"),
in Nordböhmen "Knedlo-vepro-zelo") gilt als das tschechische Nationalgericht schlechthin. Das eher fettere Fleisch mit Schwarte
wird oft mit Knoblauch angerieben. Beilage sind Böhmische Knödel und Sauerkraut oder frisch gekochtes Kraut, oft mit Speckwürfeln
und Kümmel.

Svícková war ursprünglich Lendenbraten (in Österreich: Lungenbraten) vom Rind, meistens jedoch Rindfleisch in Scheiben, mit Sahnesauce
(svícková na smetane), die mit zerriebenem Gemüse, das vorher zum Fleischeinlegen diente, angereichert ist, gilt als das besondere,
spezifisch böhmische Gericht.

Svícková bedeutet wörtlich übersetzt Lenden- bzw. österreichisch Lungenbraten. Svíckové rezy (Lendenschnitte), ist eine andere
Bezeichnung, die überwiegend auf Speisekarten verwendet wird, die erste Bezeichnung ist aber gebräuchlicher.
Ein Lendenbraten aus Rindfleisch (Roastbeef oder Filet) wird gewöhnlich mit Schlagsahne und Preiselbeeren serviert, dazu
gehören reichlich Sauce und Böhmische Knödel. Der Braten wird im portionsgerechten Stück oder in Form dünner Scheiben angerichtet.
Zur Geschmacksverfeinerung wird das Fleisch zuvor einige Tage mariniert. Dazu wird das Fleisch gespickt, mit Gemüse, Zwiebelwürfeln,
Pfefferkörnern und Lorbeerblatt in einer Kasserole mit zerlassener Butter übergossen und kalt abgestellt. In gleicher Weise wird oft auch
Fleisch vom Wild zubereitet.
Anmerkung: 
Die Rinderlende wird im Tschechischen seit eh als Svícka (Kerze) bezeichnet. Ob wegen der rundgeraden Form oder aus anderen
Gründen ist umstritten. Die Bezeichnung Svícková oder Svícková pecene (pecene = Braten) wird deswegen ins Deutsche
oft (irrtümlich) als "Kerzenbraten" übersetzt. 

Böhmische Knödel ("Knedlíky")
Von den vielen, früher in Böhmen und heute in Tschechien üblichen Knödelsorten, sind die (böhmischen) Semmelknödel die bekanntesten.
Sie werden in länglicher Laibform gekocht und in Scheiben geschnitten, falls von Hand, dann vornehmlich mittels Zwirn. Der Mehlteig ist heute
in der Regel ohne Hefe, soll aber leicht angebratene Semmelwürfel beinhalten.

Weitere typische Gerichte

Schinkenfleckerl ("Šunknfleky") 

Nudeln mit Spinat und Spiegelei 
smažený sýrSmažený sýr (gebratener (panierter) Käse) ist ein in Tschechien oft anzutreffendes Gericht, gehört aber nicht zur
traditionellen böhmischen Küche. Seine weite Verbreitung verdankt es der erheblichen Preisdifferenz zwischen Fleisch und Käse während
der Zeit der Planwirtschaft. 
Es handelt sich um ein Käseschnitzel, das gefüllt oder ungefüllt angeboten wird. Die Panierung wird – anders als beim Fleischschnitzel
– mit Wein zubereitet. Pro Person werden 100 bis 150 g Käse gerechnet, das Gericht ist sehr sättigend. Man verwendet für die
Käseschnitzel 1-2 cm dicke Scheiben von Schnittkäse (vorzugsweise Eidam) oder ganzen Camembert. Als Füllung wird
Prager Schinken verwendet. Eine Gemüsebeilage ist unüblich, vielmehr wird der Smažený sýr mit Tatarsauce serviert.
Als Beilage sind Salzkartoffeln oder Pommes Frites üblich. 

Belegte Schnitten (Obložené chlebícky) sind große Canapés. Sie sind sehr beliebt als Zwischenmahlzeit und als Hauptmahl bei
Parties, gesellschaftlichen Gelegenheiten und am familiären Silvesterabend. 
Aus Weißbrotleib werden schräg etwa 1 cm dicke Scheiben so geschnitten, dass sie eine Länge von 10 cm oder mehr haben.
In der Regel werden sie zuerst mit Butter (Margarine) bestrichen oder mit einem anderen (nicht süßen) Aufstrich versehen.
Darauf werden dann diverse Leckereien aufgelegt und appetitlich arrangiert. Als Beleg sind üblich: Fleischsalat, Scheibchen von
Bierschinken oder ungarischer Salami, Scheiben oder Viertel von hart gekochtem Ei, ein Stückchen Fisch (Ölsardine, Hering),
kunstvoll angeschnittene Stückchen von Gewürzgurken und Anderes. Manchmal reicht schon der dicke Aufstrich, beispielsweise aus
Frischkäse, Tatar oder zubereiteter Masse aus Krebsartigem Fleisch und Remoulade. Die letztere Art errang ihre große Beliebtheit,
als hervorragendes und in den 1950er und 1960er Jahren auch preisgünstiges russisches Krabbenfleisch in Dosen importiert wurde;
heute (nach 1990) werden für den Aufstrich tiefgefrorene Schrimps verwendet. Obligatorisch liegt auf allen Arten der belegten Schnitten
ein Zweiglein Petersilie oben drauf. 

Bramborák (Kartoffelpuffer) wird ausschließlich gesalzen und oft mit Knoblauch bestrichen gegessen und in Gaststätten oft als Beilage
angeboten. 

Topinky - im Fett gebratene Brotscheiben, gesalzen und überwiegend mit Knoblauch bestrichen, oder (vornehm) mit Tatar belegt. 

Zwetschgenknödel ("Švestkové knedlíky" sowie Marillenknödel ("Merunkové knedlíky") 
Knödel aus Kartoffel- oder Topfenteig, die man mit Zwetschgen/Marillen füllt und im gesalzenen Wasser kocht. Beim servieren werden sie
mit geriebenem Quark (Mohn) bestreut und/oder mit brauner Butter beträufelt. 

Powidl (Pflaumenmus) 
Powidlknödel - ähnlich wie Germknödel aber kleiner (eine Portion besteht aus mehreren Knödel). 

Powidltascherln ("povidlové tašticky") sind in Österreich eher als in Tschechien anzutreffen 
Powidlfüllung: Pflaumenmus nach Belieben mit Zitronenschale, Zimt, Rum sowie Zucker nach Bedarf abschmecken und mit
geriebenem Pfefferkuchen binden.
 
Mohnfüllung: Gemahlener Mohn wird mit Milch und Zucker eine Viertelstunde gekocht. In die ausgekühlte Masse Zucker, Vanille,
Mandeln und Gewürznelken hineinrühren. Die Füllung dann mit Pfefferkuchen - oder Löffelbisquitbröseln binden. 

Buchteln ("Buchty", kubische Teigstücke mit Innenfüllung (Powideln, Mohn), in einem Bräter zu 12 und mehr Stück gebacken.
Kleine Buchterln ("Buchticky") sind ungefüllt und werden mit Vanillesauce übergossen gegessen. 

Kolatschen ("ceské, moravské koláce", runde Teigstücke aus Hefeteig in der Mitte mit Quark, Povideln, Mohn oder Obststücken,
einzeln auf einem Blech gebacken. Nicht zu verwechseln mit Kolatsche, die aber in Tschechien auch üblich sind. 

Dalken (Mohndalken, Liwanzen) ("Lívance") - Kleine runde Laibe, ähnlich Pfannkuchen, aus Hefeteig die in einer
Dalkenpfanne mit kleinen Einbuchtungen von ca. 10 cm Durchmesser im Backofen ausgebacken werden. Sie bestreicht man entweder
mit Powidl oder bestreut mit einer Mischung aus gemahlenem Mohn, Zucker und Zimt. Zusätzlich können sie mit Schmand verziert werden. 

Topfenhaluschka ("Halušky") gekochte Nocken aus Topfenteig, überwiegend aus Ziegen-/Schafstopfen, übernommen aus der
slowakischen Kúche. 

Olmützer Quargel ("Olomoucké syrecky (tvaružky)", "Tvargle"), ein Käse ähnlich dem Handkäse aber mit kräftigerem Geschmack
und wesentlich strengerem Duft. 
Steinpilze sauer mit böhmischen Knödeln als Beilage. 
Pucálka (vorgekeimte und gepuffte Erbsen). 

Znaimer Gurken (Gewürzgurken) aus der Gegend von Znaim. 

Utopenci (deutsch: "Ertrunkene") sind ein typisches Kneipenessen, werden aber gerne auch zu Hause zubereitet. 

Špekácky (mit Speck angereicherte Bockwürste) (ganz, angeschnitten oder in Scheiben) werden (gewöhnlich in einem 5-Liter Gurkenglas)
in einer Essiglösung, in Gurkenwasser oder ähnlichen Lösungen mit Zwiebeln, Paprika, Gurken oder anderem Gemüse, Senfkörner,
Piment und Lorbeerblättern einige Tage kaltgestellt. Der Sud kann kalt oder heiß angesetzt werden, heiß säuern die Würste schneller. 

GETRÄNKE

Pilsner Bier (Pilsner Urquell) 
Budweiser Bier 

Borovicka (Wacholdergeist mit Kräutern) 

Becherovka (Karlsbader Kräuterlikör mit bittersüßen Geschmack).
Das Originalrezept von Jan Becher stammt aus dem Jahr 1807 

Kaffee - der typische tschechische Kaffee heißt "Turek" (Türke): Ein Teelöffel sehr fein gemahlenen, stark gerösteten Kaffees wird
 in eine Tasse geworfen und mit siedendem Wasser übergossen, nach Bedarf gesüßt, gerührt und nach Absetzen getrunken.
Der Kaffeesatz bleibt übrig.